Ziele & Sehenswürdigkeiten in Armenien

Jerewan

Gebäude des Außenministeriums in Jerewan (© Marcin Konsek, 2014, CC BY-SA 4.0)
Gebäude des Außenministeriums in Jerewan (© Marcin Konsek, 2014, CC BY-SA 4.0)

Die armenische Hauptstadt, die als eine der ältesten Städte der Welt gilt und deren Gebiet schon seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. besiedelt ist, zählt heute über 1,2 Millionen Einwohner. Im Laufe der Geschichte profitierte die am Fluss Hrasdan gelegene Stadt von ihrer günstigen Position an der Handelsrouten zwischen Indien und Europa. Nach langer persischer Herrschaft kam Jerewan im Jahre 1827 in den russische Machtbereich. Im Laufe der Jahre wurden immer mehr Armenier aus den umliegenden Ländern in der Stadt angesiedelt, die daraufhin beständig wuchs. Dieser Trend hielt auch an, als Jerewan nach der kurzen Unabhängigkeit zur Hauptstadt der Armenischen SSR wurde. Einzelne Distrikte wurden nach den alten Heimatorten der Vertriebenen des Osmanischen Reiches benannt. Gegen Ende der sowjetischen Ära und zur Zeit von Gorbatschows Glasnost und Perestroika spielte Jerewan eine entscheidende Rolle in der armenischen national-demokratischen Bewegung. Anfang 1988 versammelten sich fast eine Million Einwohner Jerewans auf dem zentralen Platz der Stadt, um für Demokratie, Umweltschutz und Unabhängigkeit sowie gegen Korruption zu demonstrieren. Im Jahr 1991 wurde Jerewan dann schließlich wieder Hauptstadt des unabhängigen Armenien.

 

Unter dem neoklassizistischen Architekten Tamanjan änderte sich das Stadtbild, viele historische Gebäude wurden abgerissen und Jerewan bekam sein heutiges Gesicht. Doch Jerewan ist noch immer eine Stadt voller Geschichte: Auf dem Hügel Arin-Berd kann man die Reste der Festung Erebuni besichtigen, die aus der urartäischen Zeit stammen. Alte und neue Kirchen prägen das Stadtbild: Die Katogike-Kreuzkuppel-kirche (13. Jh.) und die Sorawar-Kirche (17./18. Jh.) stehen für das Erbe der Vergangenheit, mit der Kathedrale des Hl. Gregor (1997/2001) erhebt sich aber auch ein Sakralbau der Gegenwart über das Stadtzentrum.

 

In Zizernakaberd brennt die Ewige Flamme, umgeben von dunkelgrauen Basaltquadern, und erinnert an die ca. 1,5 Millionen Armenier, die während des Ersten Weltkriegs in den Jahren 1915/16 dem Völkermord im Osmanischen Reich zum Opfer vielen.

Etschmiadsin

Etschmiadsin (©ARMINTOUR/Yerevan)
Etschmiadsin (©ARMINTOUR/Yerevan)

Etschmiadsin ist das geistige, religiöse und künstlerische Zentrum Armeniens. Die Stadt hat knapp über 52.000 Einwohner und liegt ca. 20 Kilometer westlich von Jerewan. Chronisten aus dem 5. Jahrhundert geben an, dass die Kathedrale von Etschmiadsin zu Beginn des 4. Jahrhunderts entstanden sei – kurz nachdem König Tiridates III. zum Christentum übergetreten war und Gregor der Erleuchter als erstes Oberhaupt der Kirche wirkte. Die Legende besagt, dass Jesus Christus dem Hl. Gregor im Traum erschien und mit einem glühenden Hammer in der Hand zur Erde stieg, um ihm den Ort zu zeigen, an dem die Kathedrale errichtet werden sollte. Demnach bedeutet Etschmiadsin auch „die Stelle, an der der Einzig-geborene zur Erde herniederstieg“. Neben der Kathedrale, die seit 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört und in deren Kloster die erste Druckerei Armeniens eingerichtet wurde, bietet die Stadt noch eine Reihe anderer Kirchen, z.B. die Kirche mit dem Mausoleum der Hl. Hripsime.

Der Sewan-See

Im Zentrum des Landes liegt auf 2.000 Metern Höhe der Sewan-See, welcher ca. 5 Prozent der Fläche Armeniens einnimmt. Im Juli und im August ist das Wasser normalerweise warm genug zum baden und die Strände sind voll mit Urlaubern. Hier finden sich auch zahlreiche Restaurants, in denen man frischen Fisch und Krebse essen kann. Die Gegend um den See ist perfekt für Wanderer und Radsportler, zu den bekannteren Klöstern in der Umgebung gehören das Sevanawank- und das Hayrivank-Kloster. Auf dem Noratus-Friedhof befindet sich das weltweit größte Feld von Chatschkaren, kunstvoll verzierter Kreuzsteine.

Kloster Hagharzin

Etwa 18 Kilometer nördlich des Kurortes Dilidschan liegt inmitten eines uralten Waldes das Kloster Hagharzin (11. Jh.). Mit seinen drei Kirchen ist es ein wichtiges architekt-onisches Denkmal. Auch einige Adlige der Begratiden-Dynastie liegen hier begraben. Die 2013 abgeschlossenen Renovierungsarbeiten wurden Scheich des Emirats Schardscha finanziert. Zusammen mit dem Kloster Goschawank, das sich im wenige Kilometer entfernten Dorf Goscha befindet, gehört Hagharzin zum Dilidschan-Nationalpark.

Kloster Hagharzin (©ARMINTOUR/Yerevan)
Kloster Hagharzin (©ARMINTOUR/Yerevan)

Kloster Khor Virap

Das Kloster Khor Virap („tiefes Verlies“) liegt ca. 40 Kilometer südlich von Jerewan an der Grenze zur Türkei, am Fuße des Ararat. Hier verbrachte der Hl. Georg seine Jahre der Gefangenschaft, bis sich König Tiridates bekehrte. Der Hügel, auf dem heute ein kleines Kloster aus dem 17. Jahrhundert mit einigen deutlich älteren Kirchen steht, ist auch die Stelle, an der die Artaxiden um 180 v. Chr. ihre Hauptstadt errichteten. Der geschichtsträchtige Ort hat auch deshalb eine besondere Bedeutung, weil er seit der Festlegung der Grenze zwischen der Türkei und der Sowjetunion (1920) der dem Ararat am nächsten gelegene Ort Armeniens ist.

Kloster Khor Virap (©ARMINTOUR/Yerevan)
Kloster Khor Virap (©ARMINTOUR/Yerevan)